Wahrend dieser Zeit wirkten in der J. G. folgende Lehrer: Ozias Rosenwasser (1794—1798), Raphael Kohner (1798—1800), Salomon Lobl Bloch (1800—1807), Nehemias Singer in Prostibor (1807 bis 1811), Moses Spitz in Dauranschlag ubersiedelte 1811 nach Lukawitz, Markus Epstein in Prostibor (1816), Abraham Weisk&pf (1816—1820), Salomon F ranek (1820), Gabriel Franck (1825), Salomon Hartmann (1832). Fur das Jahr, 1840 wurden neue Judenmatriken eingefuhrt, welche vom 1. November 1839 beginnen. Wir finden darin folgende Judenfamilien: Salomon Steiner Nr. XV, Abraham Fischer Nr. II, Ezechiel Raumann Nr. IX, Joachim Steiner Nr. IX, Nehemias Weil, Moses Sperber Nr. XIII, Moses Raumann, Sana, son Weiner Nr. II, Jakob Auer, Dr. Leopold Wolfler, Kopetzen, Josef Grunhut, Pfeifenmacher in Darmschlag, Seligmann Eckstein in Darmschlag Nr. 6, David Eckstein in Prostibor Nr. 26, Benedikt Hofmann in Prostibor Nr. 36, Isaak Eckstein Nr. II, Ezechiel Raumann Nr. XI, Isaak Lederer Nri X, Benedikt Wudel Nr. IX, Salomon Weiner Nr. X, Abraham Fischer in Prostibor, Lobl Schwarz, Fleischhauer, Lazar Schwarz, Hausierer, Samuel Steiner in Darmschlag, Elias Heeht in Darmschlag, Emanuel Hofmann, Bauernhofpachter in Darmschlag, Abraham Steiner, Hausierer in Darmschlag, Ozias Israel, Israel Raumann, Ozias Steiner, Fleischhauer, Moses Lederer, Abraham Habermann Nr. XV, Isak Steiner, Hausierer in Prostibor, Wolf Steiner Nr. X, Simon .Steiner Nr. 46, Josef Eckstein Nr. 15, Wilhelm Steiner, Jakob Lurie in Prostibor. .: ■.;■?.•.... Als Lehrer werden genannt: KohnefeSteiner, Familiant und Schutzjude Nr. XI, Lehrer, und Matrikenfuhrer (1840), Joisua Gold st ein, judischer Lehrer in Daranschlag (1844), A r.o n Gartenzaun, judischer Lehrer in Prostibor (1853—1859), geburtig aus Deschenitz, Pilsner Kreis, I g n a z R os e n b a u m, judischer Lehrer in D., geburtig aus Schonlind, Bezirk Eger, Jakob B a u m 1, Lehrer in D., geburtig aus Leskau (1854). Im J. 1849 gab es in D. 42 Familien mit 266 Seelen. (Kohn, p. 408.) Die Hauser der Juden waren mit den romischen Ziffern I—XV bezeichnet. Nr." XII war ihr Gemeindehaus, Nr. VI die Synagoge, die am 16. Mai 1878 mil den benachbarten Hausern Nr. V, 12, 13 u. 14 durch Blitzschlag eingeaschert wurde. Die Synagoge war ganz aus Holz gebaut und mit schonen Malereien geschmuckt. Sie wurde nicht mehr aufgebaut, weshalb die Synagoge fur die wenigen noch vorhandenen Judenfaimilien in Nr. XII untergebracht wurde. Die Judenhauser wurden nach und nach an Christen verkauft, wahrend die Juden selbst in verschiedene Stadte Bohmens, nach Wien, Deutschland und Amerika auswanderten. Das Gemeindehaus der Juden Nr. XII wurde im Jahre 1895 ebenfalls verkauft. Der letzte judische Lehrer war Anspach David Witko, der im Jahre 1895 nach, dem Verkaufe der Synagoge die Gemeinde verliess. Die letzte im Hause Nr. 57 ansassige Judenfamilie Wilhelm Steiner verkaufte im Jahre 1909 das Haus und das Geschaft dem Kaufmanne Joisef Amann aus Waldheim und ubersiedelte nach Tachau. Gegenwartig ist von der ehemaligen J. G. nur der alte Judenfriedhof ubriggeblieben. Derselbe liegt am Westabhange des 484 m hohen Berges Weisserstein mit schoner Fernsicht auf die Siebenberge und den nordlichen Bohmerwald. Er ist 23 a gross, wurde 1801 neu angelegt und i. J. 1905 erweitert. Gegenwartig werden noch Juden aus den Dorfern Nedraschitz, Kostelzen, Hachsemiowitz, Mirschikau, Darmschlag und Prostibor bestattet, fruher auch aus den Stadten Kladrau und Mies. Von den vielen Ruhestatten seien erwahnt: David Ekstein, Rabbiner, gestorben 81 Jahre alt am 21. November 1892. — Benedikt Hofmann aus Prostibor, gestorben am 10. Juli 1890, 88 Jahre alt. — Leopold W o 1 f 1 e r, praktischer Arzt in Kopetzen, geboren am 29. Marz 1806, gestorben am 6. Janner 1889 in; 83. Jahre seines Gott und Menschen wohlgefalligen Lebens, im 52. Jahre seines aufopfernden arztlichen Wirkens. Trost und Rat den Unglucklichen und Armen, Hilfe und Hoffnung den Kranken zu bringen, war seine Lebensaufgabe. — Siegmund. Wolfler, Bankier,~geboren am 2. Feber 1839 in Kopetzen, gestorben am 12. Juli 1913 in Wien. — Jakob B a u m 1, Lehrer, geboren in Leskau am 27. April 1806, gestorben m Kladrau am 17. August 1894. — Jakob Lurie aus Prostibor, gestorben am 6. November 1912 im 67. Lebensjahre. Er war der letzte Vorsteher und Schachter/der J. G. Dolitschen. — Ein hervorragendes Mitglied der J.G. war der praktische Arzt Leopold Wolfler, welcher im Hause Nr. 9 in Kopetzen wohnte. Dieses Haus gehort gegenwartig den Herren Simon u. Anton Hoffmanin, Eisenhandlung in Pilsen. An demselben befindet sich eine Gedenktafel mit der Inschrift: „In diesem Hause lebte und wirkte der praktische Arzt Leopold Wolfler vom Jahre 1837—1889." Sein Sohn war der beruhmte Arzt Hofrat Professor Dr. Anton W o 1 f 1 e r, der am 31. Janner 1917 in Hietzing starb und dessen Gebeine am 24. Feber 1926 nach Prostibor uberfuhrt wurden. Er war im Jahre 1850 in Kopetzen geboren, absolvierte das Gymnasium in Pilsen, dann die Universitat in Wien, und trat 1874 in Billroths Klinik ein. Mit 35 Jahren wurde er zum Vorstande der Grazer chirurgischen Klinik ernannt und 10 Jahre spater berief ihn die deutsche medizinische Fakultat in Prag zum Nachfolger Gussenbauers. Die Ferienzeit verbrachte Dr. Wolfler zumeist in seiner Villa in Kopetzen. Eine Erholungszeit waren diese Wochen fur Dr. Wolfler nicht, denn jeden Tag kamen Kranke, aus nah und fern und fanden kostenlos arztliche Hilfe Im Gedenkbuche der im Jahre 1899 gegrundeten freiwilligen Feuerwehr in D. sind folgende Ehrenmitglieder der J. G. verzeichnet: Siegmund Wolfler, Bankier in Wien; Simon Hoffmann, Eisenhandler in Pilsen; Simon Steiner, Fabrikant in Tachau; Familie Weil, Warenhandlung in D.; Heinrich Steiner, Kaufmann in Gibacht. Nach dem Tode des letzten Vorstehers der J. G. Jakob Lurie besorgten Josef Hirsch in Darnisehlag und Siegfried Hirse hin Prostibor die Verwaltung bis zur vollstandigen Einverleibung in die K. G. Mies. Die in Prostibor vorhandene Synagoge wurde i. J. 1923 demoliert, nur ein Teil derselben wird zur Aufbewahrung des Totenwagens erhalten. Gegenwartig leben noch 3 Familien im ehemaligen Gebiete der J. G. Dolitschen: Siegfried Hirsch, Kaufmann in Prostibor, Berta Lurie, Warenhandlung in Prostibor und Josef Hirsch, Kaufmann in Darmschlag. Oft aber kommen noch aus fernen Stadten zahlreiche Gaste,'um ihre Lieben auf dem stillen Friedhofe zu besuchen und im Dorfe die bescheidenen Wohnstatten zu betrachten, in welchen die Vorfahren in vergangenen Zeiten genugsam und muhselig den Lebensunterhalt erwarben und den Grund des zukunftigen Wohlstandes ihrer Nachkommen legten.. Geschichte der Juden in Drosau. Zldu ve Bearbeitet von Fachlehrer Rudolf Krizek, Drosau. Zpracoval Rudolf Krizek, odb. uc. v Strazove. V malebnem zakouti ceskeho Posumavi, asi 17 km od Klatov na jih smerem k bavorskym' hranicim, lezi nevelike mestecko S t r a z o v (nem. Drosau). St. ma dnes neco malo pres 1300 obyvatel ceskoslovenske narodnosti. Kraj okolni jest dosti urodny, proto prevazna vetsina obyvatelstva se zivi zemedelstvim. Obchod a remesla zde zivori. Minulost mel St. lepsi nez ma pritomnost! Jest jednim z .odumirajicich mest. Zivot v nem byl kdysi rusnejsi, obchod cilejsi, remesla v rozkvetu, a to vse v neposledni rade zasluhou pocetne drive slozky jeho obyr vatel — Zidu. Jeste v r. 1870 mel St. 1850 obyvatel, z kterehozto poctu bezmala jednu petinu tvorili Zide. Vznik St. spada bezpochyby do doby, kdy kralove cesti zajistovali jihozapadni hranici Cech proti vpadum loupezivych sousedu Bavoru. Vedle Chodu a Kralovaku byla to rada pomeznich tvrzi, pri zemskych stezkach lezicich, jejichz ukolem bylo nepratelske vpady zadrzovati a odrazeti. A jednim z clanku teto branne soustavy byl St. Na ostrohu 50 m nad! rekou Strazovkou, v mistech, kde se nyni rika „Na Hradcanech", vybudovana byla pomezni strazni tvrz, ktere se podle ucelu jejiho dostalo patrne jmena „Strazov". Byla sidlem krajistnika cili vyssiho vojenskeho urednika, velitele to hradni posadky. Pod ochranou teto tvrze usazovalo se zahy nove obyvatelstvo, sedlaci a — Zide. • Tak vznikla ves StrazOv a vedle ni zidovska ctvrt na.strane severni mimo opevneni. Potvrzuje to nadacni listina rytire Buska z nedaleke Opalky z r. 1405, tykajici se farniho kostela, ve St., kteraz jest prvni historickou zpravou, zminujici se o Zidech co usedlych obyvatelich ve St. Pocet jejich vsak v dobe tehdejsi neni znam. Z uvedeneho patrno, .ze z. o. ve St. patri k nejstarsim v Cechach. . ' . Po Valkach husitskych objeveny byly ve St. rudne zily stribrne a zahajeno dolovani na stribro. Okolnost tato podnitila jeste cilejsi usazovani se Zidu ve St. R. 1441 obyvali jiz 16 domu. Venovali se — tajne ovsem —'■ vynosnemu obchodu s dobytym stribrem. Prilivem novych pristehovalcu, jednak horniku, jedr nak Zidu, dosavadni nevelke mestecko St. znamenite vzrostlo. Na primluvu pana Vilema z Ryzmburka a Svihova, nejvyssiho hofmistra kralovskeho, byl St. r. 1524 povysen od krale Ludvika I. na mesto. Soucasne udelil kral novemu mestu radu vysad, ktere mely za nasledek neobycejny rozmach obchodu a remesel v tomto pohranicnim mestecku. St. povoleny dva vyrocni trhy, tydenni trh na dobytek, prizi a platno kazdy ctvrtek a zrizeni skladu soli. Rodin zidovskych ve St. stale pribyvalo, takze v 16. stol. vlastnili tu Zide uz 20 domu. Pocet tento se pak ustalil a zustal celkem nezmenen az do r. 1848, kdy se uvadeji ve St. 43 rodiny zidovske, obyvajici 20 diomu. Jest to nejpocetnejsi z. o. na Klatovsku, Klatovy same nevyjimajic. Strazovsti Zide jako element ve stredoveku vubec bezpravny a jen trpeny museli bydleti mimo vlastni opevneni mestecka. Bydleli zde pohromade v jedne ulici, vedouci od zapadu k vychodu. Tato ulice podnes nese — neoficielne bohuzel — sve historicke po jmenovani ,,Zidovska". Domy zidovske byly vetsinou jednopatrove, solidne z kamene stavene, s prizemnimi jizbami vesmes klenutymi. Cislovani domu zidovskych provedeno bylo jako vsude jinde na rozdil od krestanskych cislicemi rimskymi. Toto odlisne cislovani udrzelo se ve St. az do r. 1880. Byly to domy s temito nynejsimi cisly popisnymi: 180 — I., 181 a 182 — II., 183 — III., 184 — IV., 185 a 186 V., 187 — VI., 188 a 194 — VIL, 189 — VIII., 190 — IX., 191 — X., 192 a 193 — XL, 195 — XII., 196 — XIII., 197 — XIV., 198 — XV., 199 — XVI. Zidovska ulice na rozdil od ostatnich ulic strazovskych byla vydlazdena. St. lezel pri dulezite kdysi zemske obchodni stezce, ktera vedla z bavorskeho mesta Svetle (Zwiesel) pres Zeleznou Rudu, Pancir, Mustek, Mesiste, St. do udoli reky Uhlavy a dale pak pres Klatovy do nitra Cech. Zide strazovsti jakozto obchodne zdatny element strhli vetsinu obchodu na sebe. Veskere obchody byly soustredeny v Zidovske ulici, po ostatnim mestecku nebylo vubec kramu. Stav tento potrval az do 60 tych let minuleho stoleti. V dobach nejstarsich obchodovali, jak jiz svrchu receno, stribrem a soli, krome, toho vsak tez dobytkem vseho druhu, obalim, vinem, bilym pivem, malvazem, rybami, suknem, platnem, kmentem a j. V XVIII. a XIX. st. vedli obchod zbozim kolonialnim, striznym, zelezem, obilim, lihovinami, lnem, vlnou, perim a kozemi. Financne zdatni jednotlivci meli vydatny zdroj prijmu z pujcovani penez. Obchod s perim byl neobycejne rozsahly a obchodni styky